Poesie

L ich t fu nk e n

Tageslicht, tanzend mit der Abenddämmerung.
Seicht verschwindend, immer dunkler.
Der Tag verschwimmt mit nächtlicher Finsternis.
Lässt auch die Seelen der Freude
an manchen Tagen nur die Nacht sehen.
Nur die Nacht.
Ab und an, ein kleiner Lichtfunke.
Gespendet durch vorbeifahrende Autos.
Autos, in denen Menschen Geschichten erzählen. 
Lächelnd, weinend, vergessend, erinnernd,
verträumt, erregt, bezaubert.
So fahren sie.
Fortfahrend.
Bei Zeiten wiederkehrend,
den Rücken kehrend,
den Kopf leicht zur Seite geneigt.
Schwelgen und verwelken sie.
Die Gedanken.
An das, was war,
was sein könnte,
was jetzt ist.
Katastrophen des Alltäglichen.
Entstehend, in uns.
Weil wir grübeln und verübeln.
Das Wesentliche vergessend, verschwimmen wir mit den Lichtfunken.

© Nelli H. H.

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5 Gedanken zu “L ich t fu nk e n

  1. Vielleicht wäre dein poetischer Stil klarer, könntest du ein wenig mehr Struktur
    hineinbringen. – Ich beziehe mich dabei auf die Abfolge der aufgeworfenen Bilder,
    welche teils (ob ihres narrativen Charakters) wie flüchtige Schemen wirken.
    Bei mir, als Rezipient, verweilen daher keine tief substanziellen Erinnerungen
    oder Botschaften. – Eine tiefere, innere Verkettung deiner Worte könnte die Kohärenz
    deiner Dichtkunst stärken. – Denn gewiss ist diese ambitioniert und von einem
    hohen Kunstverständnis untermalt.
    Es grüßt Ángel

    • Danke für deine konstruktive Kritik!
      Vielleicht sollen sie ja wie flüchtige Schemen wirken? 😉
      Bezüglich des “poetischen Stils”: beziehst du dich hierbei lediglich auf dieses Gedicht oder auch auf alle anderen, die ich bisher veröffentlicht habe?
      Denn dieses Gedicht ist schon etwas älter; beim Schreiben folge ich keiner Struktur, da Poesie sich für mich gerade darin auszeichnet, dass sie frei gestaltet werden kann.
      Allerdings hast du recht damit, dass eine Verstärkung der Kohärenz mehr Tiefe erzeugen würde.
      Ich werde mich bemühen dies in Zukunft umzusetzen.

      Beste Grüße,
      Nelli.

  2. Dein Gedicht enthält einen wahren Kern; ich kann zur Dichtkunst an sich nichts sagen, da nicht mein Gebiet. Für meinen Teil – zumal als Stadtmensch – kann ich Gefühle und Bilder aus Deinen Worten ableiten, sowie einen (Licht-)Impuls…

    • Danke schön, Nidal!

      Freut mich sehr, dass du etwas damit anfangen kannst. 😉
      Wie die Dichtkunst wahrgenommen wird, liegt ja im Auge des Betrachters, aber „besser“ könnte man es ja eigentlich immer machen.
      Ich wünsche dir einen wunderbaren Abend!

      Beste Grüße,
      Nelli.

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