Poesie

Kälte.

© Nelli H.

© Nelli H.

Wenn ich in deine Augen blicke, dann sehe ich… dann sehe ich nichts als Dunkelheit.
Voller Schwere senken sich deine Augenlider bei jedem Atemzug. Schneeflocken haben sich darin verfangen, tauen, fallen, landen. Sie landen sanft auf deinen Wangen, fließen seicht herunter, wie ein kummervoller Korn, eine Träne.
Und doch bin ich nicht sicher, ob sie nicht doch deine Tränendrüsen verlassen haben. Denn du schweigst, du schweigst so still. Würdigst mich keines Blickes.
Die Kälte lässt mich erschauern, deine und die des Windes.
In diesem Moment wird mir bewusst, dass unser Winter niemals enden wird. Weder jetzt noch in naher Zukunft. Er wird andauern bis wir erfroren sind. Erstickt von unseren Gedanken. Die sich schwerer niederlassen als alles andere.
Denn niemand getraut sich auszusprechen, wie kalt es um uns herum geworden ist.

© Nelli H.

 

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4 Gedanken zu “Kälte.

  1. *du schweigst so still* – wow, das ist klasse!

    Diese Zeilen berühren mich sehr tief.
    Ich liebe die Sprache des Schweigens, doch wenn es so still geschwiegen wird muss es die Hölle sein….
    Lieben Gruss – sonja

    • Hallo Sonja,
      freut mich, dass der Text nicht einfach an dir vorbeigezogen ist. 🙂
      Den Text habe ich geschrieben, nachdem ich einige (traurigere) Songs gehört habe.
      Erfahrungsgemäß wird aber (fast) jedes Schweigen irgendwann wieder gebrochen. Und das ist auch gut so, zumindest meistens.

      LIebe Grüße zurück,
      Nelli.

      PS: Schönen Sonntag!

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