Poesie

Loslassen.

Mein Blick ist darauf geheftet,
was deine zittrige Hand geborgen umschmiegt
Deine Hand, die so stark zittert,
das die Angst, der Luftzug könne die Wörter zerstören,
die du einengend mit deinen pulsierenden Fingerspitzen umschlingst,
meine Kehle zuschnürt.
Worte, die sich aus meiner Mundöffnung schlängeln
sind kaum noch ein Flüstern
Würde der Dunst der Kälte
nicht Beweis dafür sein,
das sich etwas Gesagtes in der Luft befindet,
würden wir es beide nicht glauben.
Die seichte, seichte Winterbrise dieses ausgesprochenen Widerhalls
stößt
stößt
so
stark hervor
das unser beider Herz einen Satz nach oben macht
Lass die Angst, die Beklommenheit zurück
und niemals zurückkehren
Unser Lachen erhellt die ganze Welt
unsere Welt
Endlich schaffst du es, den Zettel loszulassen,
weil du nun endlich glaubst, was die Worte dir sagen
Du musst dich nicht mehr selbst überzeugen, dass es wahr ist.
Denn du weißt es.
Du zündest ihn an, damit du den ganzen Ballast ziehen lassen kannst,
der deine Schultern und dein ganzes Wesen erdrückte

Die sanfte Wärme steigt auf,
unsere Herzen leuchten
und schlagen im Takt des friedvollen Klangs
der Freiheit

Noch einmal blickst du hinunter,
auf die Asche, die schon längst vom Winde fortgetragen wurde.

Es ist überstanden.

© Nelli H. 

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